Das Bezaubernde Bikfalva

Das in der südöstlichen Ecke des historischen Siebenbürgens, am Fuße der Bosauer-Gebirge liegende Bikfalva verdient eine besondere Aufmerksamkeit nicht nur durch seine malerische Lage, sondern auch durch sein spezifisches und einzigartiges Architekturerbe, die im XV. Jahrhundert gebaute Kirchenburg und die 36 Herrenhäuser des Kleinadels. Das Dorf widerspiegelt noch heute die frühere soziale Struktur der Region, seine Grenzschutzfunktion, da hier über Jahrhunderte freie, Militärdienst leistende Szekler lebten, die als Gegenleistung für den Grenzschutz vom ungarischen König Steuerfreiheit und Selbstbestimmungsrecht bekamen.

Dieser spezifische geschichtliche Hintergrund prägte die Ortschaftsstruktur als Haufendorf und seine Architektur, da es hier besonders viele aus Stein gebaute, auf geräumigen Anwesen stehende kleinere oder größere Herrenhäuser mit Vorbau gibt, in denen freie adlige Szekler wohnten, die zu Pferd in die Kämpfe zogen. Das sind kleine Wohnhäuser mit einer besonderen Atmosphäre, die zum größten Teil im 17-18. Jahrhundert erbaut worden sind und ihre heutige Form am Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten haben.

Neben diesen Herrenhäusern und den bürgerlichen Gebäuden des 19. Jahrhunderts, tragen die wunderbare Naturlandschaft, die uralten Bäume auf den geräumigen Anwesen, die großen Obstgärten, die alten Scheunen, die sich aus der Struktur als Haufendorf ergebenden kleinen Pfade, Bäche, Bretterzäune, die gemütlichen Bauernhäuser, die mit Schindeln gedeckten Häuschen zum Reiz von Bikfalva bei. Das Dorf bewahrt eine echte Atmosphäre der Spätrenaissance und der Frühbarockzeit und ist des UNESCO-Welterbe Titels würdig!

Unter der Leitung des Vereins für Siebenbürgische Kunst und Kulturerbe aus Bikfalva hat ein Projekt zum Dorfbildschutz begonnen, außerdem ist die Ortschaft an einer internationalen Naturkunstbewegung beteiligt, in dessen Rahmen hier mehrere internationale zeitgenössische Kunstlager stattgefunden haben.

Der Geist des Ortes zieht die Touristen an, die sich nach dem authentischen Landleben und Ruhe sehnen. Sie besuchen mit großem Interesse die ständige Ausstellung über Ortsgeschichte und Ethnographie, die Schmiede, die Töpferei, die Werkstätten, in denen Ofenkacheln, Musikinstrumente und traditionelles Kinderspielzeug hergestellt werden und nehmen aktiv am jährlichen Festival der Alten Musik des Kulturvereins Bik-makk teil.

In Bikfalva können die Besucher auf ihren Spazirgängen unter den Jahrhunderte alten Herrenhäusern den Zauber von alten Zeiten erleben, in den vier niveauvollen Pensionen die lokalen Spezialitäten verkosten, den szeklerischen Baumstriezel, den echten Pflaumenschnaps und den Szekler Gulasch kennenlernen. Die Abenteuerlustigen können in den tiefen Wäldern reiten, Rad fahren, auf markierten Wegen wandern, die Ruinen des mittelalterlichen Wehrturms, der Csiga-Burg besuchen. Für die Sportler gibt es hier ein gut ausgestattetes Sportzentrum.

In touristischer Hinsicht verfügt Bikfalva auch über eine strategische Lage, da es 35 km von der auch als Dracula-Burg bekannten Törzburg, 25 km von Kronstadt, 8 km von der unter UNESCO-Welterbeschutz stehenden sächsischen Kirchenburg von Tartlau, 12 km vom in Osteuropa einzigen Natura 2000 Naturschutzgebiet mit Sanddünen und 50 km vom Sankt-Anna-See, dem einzigen See vulkanischen Ursprungs in Mittel- und Osteuropa, entfernt liegt.

Nach Bikfalva kommen die Touristen als Gäste, gehen aber als Freunde.